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Hairspray

Verfasst: 16 Sep 2026, 23:01
von Admin
„Oh Mom, you’re so fifties!” Der ewige Generationskonflikt flammte erneut auf – diesmal zwischen der jungen Tracy Turnblad und ihrer spießigen Mutter. Die Mutter wollte ihrem Töchterchen den Besuch einer Tanzsendung verbieten, hatte damit jedoch keinen Erfolg. Überraschend wurde Tracy, obwohl sie einige Pfunde zu viel auf den Rippen hatte, zur heimlichen Star der Sixties-Show. Das gefiel ihrer Rivalin Amber Von Tussle (dargestellt von Debbie Harry, Sängerin von „Blondie“) gar nicht. Die Vorzeige-Tänzerin und Bühnenkonkurrentin war nicht bereit, Teil ihres Ruhms an das pummelige Mädchen abzutreten – geschweige denn ihren heißen Freund, der Tracy zunehmend Avancen machte.

In *Hairspray* bearbeitet Trash-Regisseur John Waters mit seinem typischen Rock’n’Roll-Sound das Sujet eines 60er-Jahre-Teeniefilms. Unter der schrillen Oberfläche verbirgt sich ein irrwitziges Politmusical, in dem Waters jeglicher Ausgrenzung vermeintlicher Minderheiten – wie Dicke, Farbige und die Unterschicht – entschieden entgegentritt. Seine Methode ist deutlich effektiver und unterhaltsamer als der erhobene Zeigefinger. Interessanterweise war *Hairspray* übrigens der letzte Film der Schauspielerin und Drag-Queen Divine.

John Waters zum 80.

Geboren am 22. April 1946 in Baltimore, wuchs John Waters in einer katholischen Familie auf. Bereits in der Schule sammelte er eine Gruppe Gleichgesinnter um sich, die sein Kunstverständnis teilten – die „Dreamlanders“. Diese Gruppe, bestehend aus Cast und Crew, wurden mit Waters’ ersten Langfilmen wie *Multiple Maniacs*, *Pink Flamingos* und *Female Trouble* zu Kultfiguren. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine.

John Waters’ Filme erlangten große Underground-Berühmtheit und prägten maßgeblich das Midnight-Movie-Format. Zu seinen größten Vorbildern gehörten Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Als der selbst ernannte „Schmutzkönig von Hollywood“ kreierte er Filme, die bewusst das Kinoverständnis infrage stellten und durch Tabubrüche die Zensur provozierten – stets begleitet von beißendem Humor und scharfsinniger Inszenierung. Themen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Details zum Film:

- Land: USA
- Jahr: 1988
- Regie: John Waters
- Darsteller: Divine, Ricki Lake, Deborah Harry, Jerry Stiller, Sonny Bono
- Länge: 92 Minuten
- Sprache: Englisch (Originalfassung mit deutschen Untertiteln)
- FSK: Ab 6 Jahren

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